Freitag, 11. Oktober 2013

Comeback in Exjob

Stellen Sie eine ungewöhnliche Situation vor: Ihr früherer Chef bietet einen guten Posten an der alten Arbeitsplatz an.  Oder: Sie haben gerade gehört, dass der Ex-Arbeitgeber eine Stelle ausschreibt, die wie geschaffen für ihn wäre. Sollen Sie das Risiko der Rückkehr eingehen? Wir verraten, wann die Rückkehr sinnvoll ist und wann es besser ist, einfach weiter zu treten.


Viel zu überlegen

Bei einer solchen Entscheidung soll man viele Faktoren überlegen. Wie war die Beziehung mit dem Boss? Gab es in der Firma Karrieremöglichkeiten? Wie war die Beziehung mit den Kollegen? Wie war der Kollegenzusammenhalt? Wie waren die Aufgaben? War die Arbeitsatmosphäre angenehm?  Wie war die Balance zwischen dem Job und dem Familienleben? Haben Sie gut verdient?

Wenn man die Arbeit beim alten Arbeitsplatz genossen hat, kann man die Rückkehr überlegen. Aber wenn der Exjob langweilig und monoton war, wenn man sich da nicht wohl fühlte, warum sollte man zurückkehren?
Wenn Ihr Herz immer noch an dem alten Job hängt, sollte man zurück auf diesen Bereich, aber nicht unbedingt zu dem alten Arbeitgeber. Freie Stellen sind nicht in allen Bereichen einfach zu finden, aber es ist auch nicht unmöglich. Wenn man sich so entscheidet, soll man das persönliche Netzwerk nutzen und alte Kontakte wieder aufleben lassen. Am wichtigsten ist, dass die neue Stelle all das bietet, was man sich wünscht (z.B. intellektuelle Herausforderung, ein gutes Team, die Unterstützung der Vorgesetzten, oder die Möglichkeit, Job und Familie zu verbinden). Wir empfehlen Ihnen vor allem nach solchen Jobs zu suchen, die ähnlich zu der alten Stelle sind und realistische Aufstiegschancen bieten. Andere Firmen haben auch gute Jobs, also es gibt immer eine Alternative.

Der Eindruck zählt

Wollen Sie auf Ihren alten Arbeitsplatz unbedingt zurück? Das alles entscheidende Frage ist: Wie hat man sich getrennt? Natürlich haben diejenigen für die Rückkehr die besten Chancen, die vor ihrem Wechsel einen ausgezeichneten Eindruck beim Arbeitgeber hinterlassen haben.
Eine bewusste Entscheidung für eine Rückkehr ist eine wichtige Voraussetzung für eine lange Zusammenarbeit, und der Ex-Mitarbeiter kennt schon das Arbeitsumfeld und bringt wertvolles Know-how mit. Also wenn man mit neuen Berufserfahrungen auftrumpfen kann,- wie zum Beispiel Projektmanagement oder selbständiges Arbeiten -, die Erfahrungen erhöhen die Chancen, weil davon jeder Arbeitgeber profitiert. Die meisten Bosse mögen doch qualifizierte, talentierte Fachkräfte langfristig in Unternehmen halten.
Daneben gibt es für die Firma viele andere Vorteile beim Wiedersehen. Frühere Mitarbeiter kennen schon den Arbeitsplatz und die Kollegen, und die Firma kennt den Rückkehrer auch. Dazu kommen noch die externen Netzwerken, die der Mitarbeiter mitbringt.

Dauer der Abwesenheit

Für einen Rückkehr ist auch die Dauer der Trennung eine wichtige Frage.  Es ist viel einfacher nach einem halben Jahr als nach fünf Jahren zurückkommen. Die Entscheidung hängt auch davon ab, was Ihr Beruf ist. Diejenigen, deren Aufgaben brancheunabhängig ist (z.B. ein Personalleiter), haben auch bessere Chancen. Bei einem Mitarbeiter aus dem Marketingbereich besteht die Gefahr, dass mit ihnen Vertriebsideen und Kunden hin- und herwandern.

Auf jedem Fall ist es gut, vor der Entscheidung alle Pros und Kontras  aufs Papier zu bringen, und mit Freunde oder Familie die Pläne durchzusprechen. Bei der Entscheidung kann es auch helfen, in der alten Firma ein bisschen vorfühlen, wie dort inzwischen der Wind weht.

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