Montag, 18. November 2013

Jobsuche auf amerikanisch

Gesucht werden "Call Center Agent", "Human Resource Manager" oder "Business Analyst". Manche Berufe haben nur eine englische Bezeichnung, wobei man oft nicht wirklich weiß, was eigentlich dahinter steckt. Was müssen die Bewerber bei den "American Job Title" beachten?


Wer sich den Stellenmarkt der Tageszeitungen und online Jobseiten ansieht, wird immer häufiger auf solche Titel treffen. Dies gilt nicht nur für Anzeigen von in Europa tätigen US-Firmen, sondern auch für österreichische Unternehmen, die weltweit tätig sind. Schon allein aus den englischen Berufsbezeichnungen kann man sehr viel über die Tätigkeit und die Entwicklung eines Unternehmens erfahren.

Früher war das Arbeitsleben viel einfacher. Der Chef hieß „Direktor“ und der Hausmeister war „Hausmeister“. Heute hieß der Chef „CEO“, „Office Manager“, oder so ähnliches, und der Hausmeister ist ein „Facility Manager“. Was zeigt es für uns?
Im Fall des Hausmeisters heißt es, dass die Aufgaben und Anforderungen eines Hausmeisters sich im Lauf der Zeit grundsätzlich geändert haben. Der für größere Gebäude verantwortliche "Facility Manager" braucht heute Kenntnisse in Betriebsführung, Informatik und Marketing, deshalb ist er längst kein "Hausmeister" mehr.

Hinaus in die Welt

Wenn ein Außenstehender diese amerikanische Bezeichnungen hört, fragt er sich ganz oft: Was zum Teufel machen die eigentlich? Die fremde Begriffen klingen zwar unverständlich, das wirkliche Problem ist, dass auch die Personalabteilungen in Unternehmen oft nicht wissen, was sie eigentlich suchen und wie sie das genau nennen sollen. Es gibt Firmen, die den englischen Titel als Filter benutzen. Sie denken nämlich, dass diejenigen, die gut Englisch können und die Beschreibung der Position durchlesen, wissen, worum es geht. Und wer es nicht versteht, soll sich nicht bewerben. Es kommt auch oft vor, dass es sich um eine prestigeträchtige Position handelt und deshalb eine fremde Bezeichnung benutzt wird.

Jedoch eröffnen diese Titel grenzenlose Berufschancen, man kann seine Qualifikation nämlich zunehmend international vermarkten. "American Job Titles" ermöglichen eine internationale Verständigung über Aufgabeninhalte und Aufgabenziele einer Position. Es gibt also gute Gründe, sich mit den modernen Jobtiteln vertraut zu machen.

Vorsichtig sein


Es ist natürlich wichtig, diese Jobtitel zu kennen und sie ab und zu zu verwenden. Mit den Amerikanismen kann man sich aber auch unbeliebt machen, wenn die Wortwahl zum Imponiergehabe ausartet. Wenn man zum Beispiel im Vorstellungsgespräch ständig von der „challenge“, „sales“ oder „resources“ redet, riskiert man, dass der zukünftige Arbeitgeber einen „dicken Hals“ bekommt. Deshalb sollte man englische Wörter nicht verwenden, wenn sie in der Stellenausschreibung gar nicht benutzt wurden.

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