Dienstag, 26. August 2014

Chef und/oder Freund?

Wir verbringen jeden Tag viele Stunden in der Arbeit, es gibt oft Überstunden, Teambildungsprogramme, Business Abendessen. Oft erleben wir viel mehr mit unseren Arbeitskollegen als mit der eigenen Familie. Keine Überraschung also, dass so enge, langjährige Freundschaften aus einer Arbeitsgemeinschaft erwachsen.


Doch wie eng darf das Verhältnis des Chefs zu seinen Mitarbeitern sein? Ist ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Vorgesetzter völlig in Ordnung?
Es kommt ab und zu vor, dass Vorgesetzte und Unterstellte im Privatleben gut befreundet sind oder werden. Aber zu dem Verhalten des Chefs gehört eine gewisse Abgrenzung nach unten und nach oben, selbst wenn ein Mitarbeiter guter Bekannte oder Freund ist.

Balance

Entweder zu harsches oder zu persönliches Verhältnis zu den Mitarbeiter – ein guter Chef sollte beide vermeiden und eine Balance finden. Wenn die Regeln zu streng sind, wird der Arbeitgeber nur als Befehlsperson angesehen und wird unten den Mitarbeitern gar nicht beliebt. Damit kann das Unternehmen wichtige Möglichkeiten, Ideen verlieren, da sich die Unterstellten nicht mehr gern mit Verbesserungsvorschlägen an den Chef wenden.
Wird das Verhältnis zwischen den Chef und den Mitarbeiter zu freundlich und persönlich, kann der Führungsperson den Respekt verlieren. Besonders Duzen und lauter Streit vor den anderen Mitarbeiten führt zum Mangel des Respekts und droht das Team sogar zu zerbrechen. So was kommt oft vor, wenn sich das kumpelhafte Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Unterstellten nur auf eine ausgewählte Person bezieht.

Schnaps ist Schnaps, Job ist Job

Wenn aus einem guten Freund der Chef oder aus der Kollegin eine enge Freundin werden, ändern sich die Rollen. Wer sich privat gut versteht, muss nicht automatisch gut zusammenarbeiten. Rivalität oder Neid lassen bisweilen selbst stabile Freundschaften zerbrechen. Es ist also wichtig, dass man bei der Positionsänderung die eigenen Erwartungen aneinander definiert und klar darüber spricht, was diese neue Situation bedeutet. Aber eine Freundschaft muss man am Arbeitsplatz nicht verstecken.
Einerseits muss sich der neue Führungsperson abgrenzen und mit einer Entschlossenheit auch im freundschaftlichen Verhältnis zu den Mitarbeitern die Rolle des Leiters erlernen. Andererseits sind die Kollegen gezwungen, den alten Mitarbeiter nun als den neuen Chef zu akzeptieren.

Einige Mitarbeiter neigen zu engen Bindungen, sie suchen den persönlichen Kontakt, erzählen gerne von ihrer Familie und positiven Erlebnissen. Ob viele emotionale Bindungen in einem Unternehmen existieren oder nicht, hängt von der Situation im Team an. In großen Unternehmen funktioniert die Hierarchie meist gut, aber bei mittelständischen Firmen bleibt z.B. eine freundliche, angenehme Atmosphäre nicht aus.
Eine funktionierende erfolgreiche Leitungsarbeit kann nur aber dann entstehen, wenn der Chef das richtige Maß aus Vertrautheit und Abgrenzung findet. So soll eine gute persönliche Beziehung nicht unter den beruflichen Anforderungen leiden.

Ein professioneller Chef hält also einen gewissen Distanz und findet die Balance in der Beziehung zu den Mitarbeitern. Die Sorgen des Angestellten sind natürlich wichtig, sollten aber nicht im Arbeitsablauf überwiegen.

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