Dienstag, 21. November 2017

Digitale Nomaden – eine neue Form der Arbeit verspricht mehr Freiheit

Junge Arbeitnehmer unterscheiden sich von den vorangegangenen Generationen vor allem durch ihre gelebten Werte. Statussymbole oder Gehälter sind ihnen weniger wichtig als zu wissen, dass ihre Arbeit auch einen Mehrwert hat.


Vorbei scheinen die Zeiten, in denen sich die Arbeitnehmer auf persönlicher Ebene vor allem in ihrer Freizeit verwirklicht haben, sei es durch ehrenamtliche Aufgaben oder durch Mitgliedschaften in verschiedensten Vereinen. Die Grenzen zwischen dem Arbeits-Ich und dem Freizeit-Ich sind in den vergangenen Jahren mehr und mehr verschwommen und junge Arbeitnehmer erwarten durchaus, dass ihre Arbeit nicht nur finanziell entlohnt wird, sondern dass diese sie, darüber hinaus, erfüllt. Sie wollen nicht mehr ihre ganze Energie und Kreativität in langweiligen Bürojobs verschwenden, sondern streben eher nach Projekten und Aufgaben, mit denen sie langfristig etwas für ihre Mitmenschen verändern können. Das ist mitunter einer der Gründe, weshalb relativ viele junge Menschen ernsthaft ihre eigenen Mini-Unternehmen aufbauen und sich für die Selbständigkeit entscheiden.

Bezeichnend, dass diese Wende vor allem von der Start-up-Kultur von Technologieunternehmen beflügelt wurde, denn diese lebten eindrücklich vor, dass man mit dem richtigen Produkt oder der richtigen Softwarelösung nicht nur reich werden kann, sondern auch das Leben von Millionen anderen verändert. Ein Leben ohne soziale Netzwerke könnte sich wohl niemand mehr ernsthaft vorstellen – Facebook ist aber nicht das Produkt eines Fabrikfließbandes, sondern wurde als Herzensprojekt eines Studenten entwickelt und startete von einem Unicampus aus seinen schwindelerregenden Aufstieg. Und das ist nur das bekannteste Beispiel. Technische Neuerungen schließlich haben den Aufstieg der sogenannten Digital Nomads ermöglicht.

Denn, einhergehend mit dem Wunsch nach einer sinnvollen Arbeit, legen die Vertreter der jungen Generation außerdem großen Wert auf ihre Freiheit. 8-Stunden-Jobs sind nicht mehr das Ziel, sondern viel mehr die Gelegenheit, dann und da zu arbeiten, wo man sich wohl fühlt. Das ist viel mehr als Home Office, es geht praktisch darum, seine Zeit frei einzuteilen, so dass genügend übrig bleibt für Familie, Freunde und eigene Interessen. Tatsächlich macht es vor allem das Internet heutzutage möglich, von überall auf der Welt arbeiten zu können.

Wird sich dieser Trend durchsetzen und werden schon bald keine Arbeitnehmer mehr in Büros arbeiten, sondern ihre Aufgaben von überall aus erledigen? Darauf gibt es keine Antwort, denn die Zukunft kennt niemand. Langfristig werden sich aber vermutlich schon die Arbeitsformen durchsetzen, die den Arbeitnehmern die größten Möglichkeiten zur Selbstentfaltung bieten. Der klassische Vollzeitjob – er könnte bald der Vergangenheit angehören.

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